C'est Karma

Luxemburg

C'est Karma
EP: Amuse-Bouche
VÖ: 13.05.2022
Label: C'est Karma/Backseat

„Das nächste Lied ist ein Song für und über Jeff Bezos,“ erklärte C’est Karma als Einleitung zu ihrem neuen Song „Bread“ kürzlich auf dem c/o pop Festival. So viel sei verraten: Es ist kein Liebeslied.

Auf ihrer neuen EP „Amuse-Bouche“ öffnet die Musikerin und passionierten Aktivistin Karma Catena ein Fenster in ihr eigenes und das Herz der Generation Z. Ständig online sind die Geschehnisse auf dem Planeten stets nur einen Swipe entfernt, auf TikTok folgt Tanzvideo auf Content aus dem Kriegsgebiet, die Priorisierung liefert der Algorithmus. Es bleiben: Wut und Frustration. Aber auch: Das Einfordern gesellschaftlicher Teilhabe und die Kampfansage an den Status Quo.

„Amuse-Bouche“ vereint diese Charakterzüge. Ihre neue EP ist die Konsequenz der vielfältigen Einflüsse von C’est Karma. Aufgewachsen in Luxemburg als Tochter einer portugiesischen Mutter und eines italienischen Vaters, zog die 20-Jährige im letzten Jahr für ihr Studium nach Amsterdam. Auch in ihrer Musik überwindet Karma Grenzen, wenn sie ihre Liebe für Punkbands wie NOFX oder Jawbreaker, die sie in ihren jungen Teenagerjahren begleitet haben, mit Hyperpop à la SOPHIE, Charlie XCX oder A.G. Cook kombiniert, der sie heute stark beeinflusst.

Wut ist da, Frust auch.

Inhaltlich – zum Beispiel im bereits erwähnten Stück „Bread“, das die absurde Konzentration von Reichtum auf eine extreme Minderheit der ausweglosen Armut von Vielen gegenüberstellt. Oder in „Gateaux“, wenn die Studentin der Kultur- und Literaturanalyse, zum ersten Mal auf Französisch, inspiriert von Baudelaire und Éluard, ihren Frust über die Untätigkeit der heutigen Entscheiderinnen in Bezug auf die Klimakrise herausschreit. Ein Thema, das Karma besonders am Herzen liegt, schon seitdem sie sich mit 14 Jahren in Klimagruppen engagierte.
Musikalisch – in dem sie ihrem, zuvor bereits von Kritiker
innen wie The Line Of Best Fit, ELLE, La Blogothèque oder ZEITmagazin gelobten, alternativen elektronischen Pop eine ordentliche Hyperpop-Infusion verpasst, der die große thematische Dringlichkeit unterstreicht.

Dann, plötzlich, folgt die intime Ballade „Coffee“. Darin blickt C’est Karma im Gegensatz zu den vorherigen Titeln nach innen und erzählt davon, wie es sich anfühlt, von zuhause auszuziehen, aus dem Dorf im Kleinstaat in eine internationale Metropole. Sich auf einmal mit Existenzängsten konfrontiert zu sehen, die sie vorher nicht kannte, die erst auftauchen, wenn man dem Erwachsensein direkt in die Augen blickt und die schützenden Blasen von Familie, Freunden und der gewohnten Umgebung verlässt.

Der letzte Song auf „Amuse-Bouche“ ist eine Widmung an ihre dritte große Liebe, neben der Musik und Pasta – dem Kino. In „Popcorn“ untersucht C’est Karma, wie die Grenzen zwischen Bildschirm und der Realität verschwimmen. Und beschließt damit den inoffiziellen Soundtrack ihrer Generation.

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